Kurzbeschreibung

Ziel des Forschungsvorhabens ARBWOL ist die Aufdeckung von Effekten flexibler Arbeitszeitmodelle auf die Work-Life-Balance und die daraus resultierende ganzheitliche Belastungssituation der Mitarbeiter. Hierbei soll auf den Dienstleistungsbereich fokussiert werden, da dieser durch seine strukturellen Besonderheiten die Wechselwirkungen zwischen der beruflichen und der außerberuflichen Lebenswelt intensiviert. Es sollen Handlungsanleitungen und Empfehlungen zur belastungsreduzierenden Gestaltung von Arbeitszeitmodellen entwickelt werden. Hierzu sollen innerhalb der heterogenen Gruppe der Beschäftigten zunächst sog. "soziale Rollen" identifiziert werden. Als soziale Rolle wird die Position eines Beschäftigten in seinem außerberuflichen Umfeld verstanden sowie die daraus resultierenden Verpflichtungen und Erwartungen (z.B. eigen- und gemeinnützige Arbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten, sportliche Aktivitäten), welche aus dieser Position resultieren und so zu einer (außerberuflichen) Belastung des Beschäftigten führen können. Durch die soziale Rolle wird demnach die heterogene Menge aller Beschäftigten in verschiedene, in sich möglichst homogene Personentypen differenziert, welche über ähnliche außerberufliche Belastungen und somit über ähnliche Arbeitszeitpräferenzen verfügen.

Im Anschluss daran werden typische Belastungen sowie potenzielle soziale Konflikte für die verschiedenen sozialen Rollen ermittelt und ein Rollen-Belastungs-Modell abgeleitet, das die Wirkungszusammenhänge beschreibt. Hierzu wird in diesem Forschungsprojekt ein dualer Forschungsansatz verfolgt:

  • Einerseits soll durch eine Befragung die Belastungssituation der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich erfasst und analysiert werden. Aus dem Ergebnis soll ein genaueres Bild bezüglich der individuell von den Beschäftigten empfundenen Arbeitssituation abgeleitet werden.
  • Andererseits sollen mittels einer personalorientierten Simulationsstudie die Auswirkungen verschiedener Arbeitszeitmodelle auf die Work-Life-Balance in Abhängigkeit von sozialen Rollen abgebildet werden.

 

Ergebnis dieses Projektes werden neue Erkenntnisse über die Wirkungen der sozialen Rolle sowie die hieraus resultierenden Konflikte und Belastungen für die Beschäftigten sein, welche in ein Rollen-Belastungs-Modell überführt werden. Diese Erkenntnisse sollen in ein simulationsunterstütztes Analyse- und Gestaltungsinstrument eingebunden werden, das es ermöglicht, im konkreten Anwendungsfall Empfehlungen für die Arbeitszeitgestaltung abzuleiten. Ziel ist es, bei einem vorgegebenen Arbeitsaufkommen die Arbeitszeiten der Beschäftigten mit ihren sozialen Rollen so zu gestalten, dass Konflikte zwischen Privat- und Berufsleben möglichst vermieden und Belastungen insgesamt reduziert werden. Zur Verifizierung soll dieser Ansatz für den praktischen Piloteinsatz aufbereitet werden. Darüber hinaus soll durch eine systematische Simulationsstudie das zu entwickelnde Rollen-Belastungs-Modell validiert sowie neue Erkenntnisse zur Arbeitzeitgestaltung unter Berücksichtigung der Work-Life-Balance gewonnen werden. Schließlich sollen die gewonnenen Erkenntnisse der interessierten Öffentlichkeit durch geeignete Medien (Veröffentlichungen, Konferenzen, Workshops) bekannt gemacht werden.

Das Forschungsvorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Europäischen Sozialfonds unter dem Förderkennzeichen 01FH09046 gefördert.

Projekt

Arbeitszeitgestaltung unter Berücksichtigung der Work-Life-Balance mit Hilfe der rechnerunterstützten Simulation